Welchen Nutzen bringt mir OpenID?

Beobachtet man die Netzlandschaft heute, so fällt vor allem eines auf: Der Mensch will eine Digitale Identität, bekam jedoch bislang kaum eine Möglichkeit geboten diese zu realisieren. Im Gegenteil: Avatare und Nicknames bestimmen die Szene statt realer Fotos und realer Namen.

Der Trend zu einer offenen Präsentation der eigenen Person im Netz zeichnet sich jedoch schon eine ganze Weile an verschiedenen Fronten ab: Blogger drücken ihre Persönlichkeit in ihren Netztagebüchern aus, Flickr gibt Einblick in das Leben realer Menschen und in sozialen Netzwerken wie z.B. xing.com oder linkedin.com werden umfangreiche Dossiers zur eigenen Person gebastelt um eventuelle Geschäftspartner oder Arbeitgeber zu beeindrucken.

Auch der Begriff “sich googeln” ist entstanden aus dem Interesse herauszufinden wie und wo der eigene (reale) Name bereits im Netz publiziert wurde. US-Firmen gehen sogar zwischenzeitlich dazu über Bewerber vor einer Einladung einem ausführlichen Netz-Screening zu unterziehen. Datenschutzrechtlich kann man hierüber als Europäer denken wie man will, dies ist einfach amerikanische Praxis.

Was also liegt näher als die mühsam gesammelten positiven Referenzen aller Netzfundstellen über eine eindeutige Kennung, eine eindeutige URI, also eine OpenID einfach und eindeutig zuordenbar zu machen? Blogs, Kommentare etc. werden zur Person zugehörig erkannt.

Die Folge sind Anerkennung und Profilierung, egal ob als Bewerber, als Branchenspezialist, als Fachverständiger für ein bestimmtes Hobby oder als angesagter Künstler.

Die OpenID gibt einem hierbei volle Kontrolle über die eigenen Daten und ermöglicht hierbei eine Portabilität der eigenen Identität nicht nur von IdP zu IdP sondern jederzeit zu beliebigen neuen (OpenID-fähigen) Diensten. Zum Vergleich: Bisher war mein mühsam erstelltes Profil bei z.B. xing.com in keinster Weise übertragbar zu einem anderen sozialen Netzwerk, also z.B. LinkedIn, oder Myspace). Eine aufgebaute Reputation aus Diskussionsforen war nicht übertragbar auf ein neues, interessanteres Forum. Ein Account bei youtube.com nicht übertragbar zu myvideo.de.

Zukünftig werden wir gerade bei neuen Diensten verstärkt OpenID-Fähigkeit beobachten, da diese von Anfang an die Registrierungshürde überwinden möchten. Etablierte Dienste werden noch eine Weile versuchen ihre User in “walled gardens” einzusperren, sich aber letzten Endes dem Trend nicht wiedersetzen können, sonst wären Stagnation und Degression die Folge.

Für Website-Betreiber werden auch technische Entwicklungen bei den Browsern (Firefox und Microsoft, also evtl. auch der Internet Explorer werden in den nächsten Releases nativ OpenID unterstützen) eine große Rolle spielen. Die User bekommen die OpenID in Zukunft praktisch “mitgeliefert” und werden dadurch herangeführt an dessen Nutzung.

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