Popular Tags:

OpenId Historie

Wahrscheinlich haben auch Sie schon mal von OpenID gehört – schließlich wird das Thema Identity 2.0 für 2007 allerseits zum großen Hype erklärt und gerade das Open Source Projekt OpenID ist deshalb in aller Munde.

In amerikanischen Blogs macht schon das Sprichwort die Runde “willst Du in Technoratiund Digg auf Platz 1 sein, dann schreib einfach etwas über OpenID”. Und die Zahl der Postings gibt dem tatsächlich Recht:

openid-historie

Historie von OpenID

Doch wie kam es überhaupt zum Thema OpenID? Hier ein kurzer Überblick der verschiedenen Ansätze die sich mit dem “Single-Sign-On” Prinzip (SSO) auseinandergesetzt haben:

1994 Yahoo Initiiert das SSO-Paradigma, rein unternehmensinterne Lösung
1998 MSN Startet sein eigenes SSO; Ankündigung von MSN Passport
1998 Google Initiiert das suchzentrische Paradigma; unternehmensspezifisch
2002 Yahoo Folgt dem suchzentrischen Paradigma; Akquisition von Inktomi
2004 Google Startet sein eigenes SSO mit den Gmail und Google Accounts
2004 -2005 MSN Folgt dem suchzentrischen Paradigma; Live.com
2005 OpenID Initiiert SSO für unabhängige Seiten, organisiert als Projekt Foundation

OpenID wurde ursprünglich erdacht von Brad Fitzpatrick, dem Gründer von LiveJournal. 2005 wurde LiveJournal von SixApart aufgekauft, die OpenID weiterhin unterstützen. Aber auch VeriSign, AOL, Microsoft, Digg, Firefox / die Mozilla Foundation sind in der Zwischenzeit mit im Boot und Yahoo ist indirekt dabei über einen Proxy-Service, der Yahoo IDs in OpenIDs umsetzen kann. Man kann also durchaus sagen, daß der Durchbruch von OpenID als führendes SSO-System nun tatsächlich absehbar ist. Und ähnlich wie bei Blogs, RSS und anderen neuen Techniken wird OpenID eine ganze Reihe neuer Business-Möglichkeiten im Umfeld dieser Technologie eröffnen.

Was macht den Unterschied? Warum wird OpenID es schaffen, warum nicht MSN Passport oder eines der anderen Systeme? Hierfür gibt es mehrere entscheidende Gründe:

  1. OpenID wird wie die anderen großen Open Source Bewegungen geführt, was zu Community-getriebenen Spezifikationen führt, die nur mit sehr breitem Konsens nach ausgiebigen Diskussionen verabschiedet werden.
  2. OpenID beruht auf einem völlig dezentralen System, d.h. es gibt kein Unternehmen das die alleinige Kontrolle über die persönlichen Daten der User hat. Dies war sicherlich der Grund, warum ein System wie MSN Passport scheitern mußte.
  3. Eine OpenID ist kostenlos und wird es aufgrund der verfügbaren Open Source Software für Consumer- und Providerservices auch sicherlich bleiben. Mit etwas Know-How kann man sich sogar einen eigenen Providerdienst aufbauen.
  4. OpenID hat es erstmals geschafft einige der “Elefanten” der Internetbranche unter einen Hut zu bringen: Daß sogar Microsoft erklärt hat OpenID zu unterstützen, ist der wahrscheinlich wichtigste Meilenstein – so wird nicht nur die Verbindung zum Desktop und allen dort möglichen Authentifizierungsmechanismen hergestellt, sondern man erschließt sich auch die Marketingpower eines der weltweit größten Konzerne.

Und wer bestimmt heute die Geschicke von OpenID? Die Community? Ja, aber in erster Linie die Mitglieder des OpenID Foundation Boards:

  • Artur Bergman (Six Apart, San Francisco CA USA)
  • David Recordon (VeriSign, San Francisco CA USA)
  • Dick Hardt (Sxip Identity, Vancouver BC Canada)
  • Drummond Reed (Cordance, Seattle WA USA)
  • Johannes Ernst (NetMesh, Sunnyvale CA USA)
  • Martin Atkins (independent, Essex England UK)
  • Scott Kveton (JanRain, Portland OR USA)